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Trets

Von St. Jean du Puys zum Mont Olympe
Zum Croix de Provence und über die Montagne Sainte-Victoire

Trets ist eine sehr alte, kleine Stadt mit erstaunlich vielen Friseur-Läden, ca. 22 km süd-östlich von Aix-en-Provence oder 25 km nord-östlich von Marseille.

Zwischen der Montagne Sainte-Victoire im Norden und der Montagne de la Sainte-Baume im Süden liegt die breite Ebene des Vallée de l'Arc. Durch ein dichtes Straßennetz gut angebunden, liegt Trets mitten in diesem Tal.

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Blick ins Vallée de l'Arc und zur Montagne Sainte-Victoire

Oberflächlicher Eindruck von Trets

Die Bewohner von Trets bieten große Gastfreundschaft innerhalb der Mauern ihrer gemütlichen Stadt. Im Schatten des großen Aix hat Trets seine Ruhe bewahrt und der Tourismus gibt hier längst nicht pauschal den Ton an. Im Gegenteil fühlt man sich nach dem Besuch anderer Ortschaften der Provence als Tourist in Trets regelrecht allein gelassen. Doch bekamen wir vom Fremdenverkehrsbüro, direkt im Chateau von Trets, famose Tipps.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in Trets und Umgebung preiswerte oder noble Unterkünfte zu finden. Die offizielle Site der Stadt bietet dazu allerhand Informationen: Trets en Provence, Hébergement.

Ich war erst einmal da, kann aber darum doch das Hotel Vallée de l'Arc** empfehlen. Es liegt mitten in der Stadt, wo es überhaupt keine Parkplätze gibt. Dafür ist der Bahnhofsvorplatz schnell erreicht, und dort kann man problemlos das Auto stehen lassen.

Restaurant Pizzeria
Les Beau'fs

Noch ein Wort zur Gastronomie: Les Beau'fs (Les Beaux Frères) im Zentrum von Trets ist ein prima Bistro-Restaurant. Sie haben klasse Salate und phantasiereich belegte Pizzas. Wir haben dort öfter und gut gegessen.

Karte auf Provence Web:
Les Bouches du Rhône
Offizielle Homepage:
La ville de Trets en Provence

Die Montagne Sainte-Victoire ist sofort gut zu sehen, wenn sich die Häuserzeilen von Trets einen Spalt weit nach Norden öffnen. Die steile Wand ragt dort wie eine riesige Meereswelle auf. Im Süden gelangt man durch die Pforte von Saint Jean in die grünen Außenbezirke von Trets. Hier steigt das Gelände zur Montagne de Reganas hin an. Nach kurzer Zeit hat man bereits eine prima Aussicht nach Norden, über die Ortschaften im Vallée de l'Arc hinweg bis zur Montagne Sainte-Victoire.

Von der Ermitage St. Jean du Puy zum Mont Olympe hoch

Die Berge prägen diese Landschaft. Die Kette des Reganas und die sich im West-Nordwesten daran anschließenden Monts Auréliens sind unscheinbarer als das die Region beherrschende große Massiv der Sainte-Victoire. Die Wanderungen sind hier allerdings abwechslungsreicher und erlauben einiges an sportlichen Varianten. Die Straße, die an den mittelalterlichen Befestigungen der Stadt entlang rund um Trets herumführt, ist im Norden und Westen Bestandteil des Fernwanderwegs GR9, der mir in der Provence andauernd begegnet.

An jedem 1. Mai findet in der Ermitage St. Jean du Puy auf dem Berg südlich von Trets ein Fest statt.
Das wussten meine Frau und ich noch nicht, als wir am 1. Mai 2005 zum Mont Olympe wandern wollten.

Wir wurden gebeten, einem jungen Geistlichen, der fremd in der Gegend war, auf dem Weg zur Ermitage Gesellschaft zu leisten (vielleicht, weil wir eine Karte und den Kompass dabei hatten). Allerdings waren wir nicht lange alleine; es versammelte sich zunächst auf dem Wanderpfad und später im Wald um die Kappelle allerhand Volk, darunter Wanderer aus Großbritannien, die genauso überrascht waren, wie wir.

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Die Geschichte der Ermitage St. Jean du Puy, seit ihrer Gründung im fünften Jahrhundert, wird auf dieser Hinweistafel zusammengefasst.

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Das erste Foto ganz oben und das rechte in dieser Zeile wurden neben dem Wachturm aufgenommen. Rechts sieht man das Ziel unserer ersten Wanderung-, den Mont Olympe.

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Das Fest begann mit einer feierlichen Messe im Freihen vor der Kapelle, denn der Vormittag war schön sonnig und noch nicht zu warm. Interessanterweise bekamen wir während des Gottesdienstes des öfteren die provençalische Sprache zu hören, insbesondere inform von Kirchengesängen.
Bevor wir unsere Wanderung wieder aufnahmen, waren wir eingeladen, mit den Leuten aus der Gegend zu essen und zu trinken. Erzählt mir, was Ihr wollt von Fernreisen nach Gottweißwohin. Aber Frankreich ist wunderbar wegen seiner Franzosen.

Die Wanderstrecke von der Ermitage bis zum Mont Olympe ist in einem Faltblatt aus dem Fremdenverkehrsamt detailliert beschrieben. Diese Tourenbeschreibungen werden immer ergänzt durch Informationen zu Vegetation, Landschaft, Geschichte und anderen Sehenswürdigkeiten. So habe ich also gelernt, dass die Blühmchen, die ich dauernd sah und deren Blüten wie Papier wirken, Zistenröschen sind (Ciste cotonneux - Cistus Albidus).

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Zistenröschen bei St. Jean du Puy oder anderswo

IGN-Karten 1:25 000

Zur Vorbereitung der Wanderung und für unterwegs eignet sich auch die Karte 3244E (Trets / Montagne Ste-Victoire) oder 3244ET aus der Série Bleue des IGN.

Den Wald nord-östlich der Hermitage durchziehen viele Pfade. Die Orientierung ist noch leicht, wenn der Mont Olympe häufig über den Bäumen auftaucht. Später auf dem Rückweg nach Trets hat es sich aber ausgezahlt, dass wir Karte und Kompass dabei hatten.

Zuerst geht es von St. Jean du Puy mehr bergab als bergauf. Aber der letzte Anstieg zum Gipfel des Mont Olympe ist steil und steinig. Besonders kurz vor Schluss wird Kraft gebraucht, wenn große Steinbrocken zu überwinden sind, was richtig abenteuerlich sein kann.

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Rosmarin und Thymian braucht man nicht zu suchen.

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Von ganz oben hat man erwartungsgemäß einen herrlichen Rundumblick, der im Süden auf die Montagne de la Sainte-Baume trifft, im Nord-Nordosten auf einen weiteren Gipfel, den Rocher de Onze Heures: Diesen Namen verdankt der Berg einer Grotte, die um ca. elf Uhr morgens vom Sonnenlicht besonders getroffen wird. Bis zum Rocher de Onze heures sind es zu Fuß nur weitere dreißig Minuten, trotzdem haben wir uns mit dem Mont Olympe zufrieden gegeben und an diesem Nachmittag lieber den Rückweg nach Trets eingeschlagen.
Bis wir zurück waren, war es dann auch Abend und die Dämmerung genossen wir lieber vor einem der China-Restaurants, von denen sich zwei neben dem Hotel befanden.

Jetzt im Ernst: Wer deutsche China-Restaurants kennt, weiß vielleicht schon, dass das nicht chinesisch ist. Ein französisches China-Restaurant ist wieder ein bisschen anders. Das lohnt sich.

An einem anderen Tag sind wir nocheinmal bis St. Jean du Puy aufgestiegen, dann aber weiter nach Süden bis St. Zacharie gewandert. In der Ortschaft gibt es einen kleinen botanischen Garten, wo wir ein prima Picknick abgehalten haben, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Eine bedrohliche Gewitterfront war dabei im Osten unser ständiger Begleiter. Irgendwann hat es sogar gedonnert-, wir hatten es aber den ganzen Tag über trocken, warm und sonnig.

Zum Croix de Provence und über die Montagne Sainte-Victoire hoch

Die Tour in der Montagne Sainte-Victoire ist zu Beginn und am Ende anstrengend, dazwischen gibt es für viele Stunden nur den atemberaubenden Fernblick.
Das erklärt sich vielleicht schon hinreichend bei der Betrachtung der Montagne Sainte-Victoire aus der Ferne.

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Von der anderen Seite fällt der Aufstieg leichter.

Heute würde ich nur noch bei sehr schönem Wetter dort hinaufsteigen oder vielleicht weil es mir nach der dritten Tour über die Montagne de Reganas langweilig wird.

Das Croix de Provence ist ein achtzehn Meter hohes Gipfelkreuz nahe dem westlichen Ende der Montagne Sainte-Victoire. Der schroffe Bergrücken erstreckt sich von dort etwa 15 km weiter nach Osten hin. Er ragt an mehreren Stellen über 1000m hoch auf und hat am Pic des Mouches, nord-westlich von Puyloubier seinen höchsten Gipfel bei 1011m.

Der Ausgangspunkt unserer Tour war ein Parkplatz unterhalb des Croix de Provence, an der D17, die von Puyloubier aus, am Berg entlang, nach Westen führt. Es stehen zwei Parkplätze zur Auswahl: der Plan d'En-chois oder der Parking du Bouquet.

Für diese Tour hatten wir überhaupt keine vorgefassten Pläne mehr, sondern haben gleich dem prima Faltblatt Balade en Sainte-Victoire vom Fremdenverkehrsamt vertraut.

Der Tourbeschreibung war bergauf leicht zu folgen (das ist eigentlich immer so), abwärts ging es nicht so einfach. Leider war die Strecke nicht einheitlich markiert. Das verwundert nicht, weil Vegetation und Witterung fordern, die Routen häufig zu ändern und neu zu markieren. Außerdem kreuzen sich überall viele verschiedene Pfade. Man muss also auf der Hut sein, den richtigen Farbsymbolen am Weg zu folgen. Im Faltblatt wird das stark betont: Le balisage n'est pas jaune, mais rouge puis bleu et enfin rouge et bleu. Ich glaube, das macht das Problem deutlich...

Beschreibung unserer
Wanderroute (roter Pfad)
bei den Amis de Sainte-Victoire

Rechts neben den Bäumen: das Croix de Provence auf der Montagne St. Victoire. Das Foto musste ich mit viel Nacharbeit retten. Die Amis de Sainte-Victoire können das besser.

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Blick zurück zur Refuge Cézanne

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Oberhalb des Parkplatzes verstehen Kenner und solche, die sich nachträglich dafür ausgeben möchten bestimmt sofort, warum die D17 hier auch Route Cézanne heißt. Die Farben dieser Natur sollen den Maler, der die Montagne Sainte Victoire häufig gemalt hat, besonders inspiriert haben. Mir ist die Information tatsächlich wichtig, denn die gestreiften Felsen wirken auf den misstrauischen Großstädter geradezu unnatürlich bunt.

Zunächst führt ein markierter Waldweg zur Refuge Cézanne hinauf. An dieser Stelle gab es früher zwei Bauernhöfe, heute ist das eine Schutzhütte für Wanderer. Auf den Wald folgen dann Olivenhaine, die man nur durchqueren, nicht abernten darf! Die Bäumchen hat man hier zum Schutz der Hänge vor Erosion gepflanzt, nachdem 1989 der Baumbestand in der ganzen Gegend von einem Feuer vernichtet worden war.
Ich erwähne dazu sicherheitshalber, dass der heutige Zustand der Montagne St. Victoire und ihrer unmittelbaren Umgebung manchen Menschen, die sie früher üppig bewaldet gesehen haben, Tränen in die Augen treibt. Dieses Handicap trage ich nicht mit mir herum.

Es folgen wieder Pinien, und schließlich wird es steinig. Wie dieser Pas de Dinosaurs zu seinem Namen gekommen ist, kann ich nicht genau erklären. Bis zur Wegabzweigung unten im Bild war das ein Spaziergang. Jetzt kann man sich sich zwischen einem steilen, felsigen und einem flacheren Weg entscheiden. Dabei sollten das Wetter und die Schuhe ein Wort mitreden. Etwas Feuchtigkeit wirkt auf den Felsen in dieser Gegend wie Schmierseife.

Es gibt einen schweren Pfad ohne Zeitersparnis und einen leichten ohne Zeitverlust.

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Löwenmäulchen auf dem Weg zur Prieuré.

Man erreicht über beide Routen die alte kleine Klosteranlage mit dem simplen Namen, Le Prieuré. Von dort ist es nicht mehr weit den Berg hinauf bis zum Croix de Provence auf 945 m.

Direkt am Croix de Provence aufgenommen. Der Blick über den Kamm der Sainte-Victoire.

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Der Vater von Emile Zola war der Architekt des Staudamms Barrage de Bimont nord-westlich des Croix de Provence.

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Seit der Prieuré befinden wir uns auch wieder mal auf dem GR 9. Vom Croix de Provence aus führt der Wanderweg weit nach Osten immer am Bergkamm entlang über den höchsten Gipfel Pic des Mouches und weiter bis er nördlich von Puyloubier zur Ortschaft hin nach Süden abbiegt. Das wäre ein weiter Weg und wir sind ihn nicht gegangen. Die Richtung zum Pic des Mouches haben wir noch eingeschlagen, sind dann aber nach Dreivierteln des Wegs im Nieselregen lieber wieder umgekehrt. Die letzten Fotos stammen von diesem etwas länglichen Marsch. Auf dem Bergkamm sind Felsen und sehr niedrige Vegetation vorherrschend. Ein paar Büsche stehen herum und nur einmal sind wir an einem kleinen Bäumchen vorbeigekommen.

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20. August 2009, kleine Fehler im Text behoben.