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Le Luberon

Oppède le Vieux
Lacoste
Bonnieux
Ansuis
Tour d'Aigues

Die Montagne du Luberon (auch manchmal Lubéron geschrieben, - die Franzosen sind sich nicht einig) ist ein langgezogener Gebirgsrücken, der sich von Cavaillon im Westen bis mindestens Manosque im Osten erstreckt. Dort biegen sich die letzten Ausläufer des Gebirges, der Luberon Oriental, nach Nord-Osten, in Richtung Oraison.
Den westlichsten Teil nennt man den Petit Luberon. Er reicht bis zur Combe de Lourmarin einer tiefen Schlucht und der darin verlaufenden Straße, die Bonnieux im Norden mit Lourmarin im Süden des Luberon verbindet. Der Grand Luberon bildet schließlich den mittleren und imposantesten Abschnitt, der nach Osten hin langsam abflacht.

Karte auf Provence Web:
Parc Naturel Régional du Luberon

Südlich des Grand Luberon ist die Gegend auch noch hügelig, bis auf die wassereiche Ebene des Pays d'Aigues (nicht verwechseln mit dem Pays d'Aix -, auch wenn das eigentlich das gleiche bedeutet-, es liegt woanders).

Von Norden aus betrachtet beeindruckt der Luberon durch den Kontrast mit der Ebene der Vaucluse. Seine bis knapp über 1100 Meter aufragenden Gipfel scheinen dabei weiter entfernt zu sein, als sie es tatsächlich sind.

Wege in den Luberon

Ich möchte im Luberon wandern. Aber statt dessen bin ich immer nur vorbeigefahren oder habe einige der Dörfer mit den klingenden Namen für jeweils ein paar Stunden besucht. Das geht mit viel Benzin und Geduld, bei guter Musik im Auto, ist aber eigentlich eine Schande...

Dörfer Frankreichs:
Villages du Pays du Luberon

Eine einzige Tour habe ich in der Schlucht des Aiguebrun bei Buoux unternommen. Ansonsten ist mir die Combe de Lourmarin (auch eine Schlucht des Aiguebrun) nur als abenteuerliche Serpentinenstraße mit viel Reibungshitze zwischen Einheimischen und Touristen bekannt.

Zum ersten Dorf, das ich besucht habe, Oppède le Vieux, kam ich von Isle sur la Sorgue aus (das bedeutet auch aus Richtung Avignon oder Cavaillon) über die Straße, die Cavaillon mit Apt verbindet. Beschämt stelle ich fest, dass die Strecke, die ich danach mit dem Auto abgefahren habe, dem Verlauf einer Radwanderstrecke entspricht.
Es gäbe also noch eine andere, ehrenvolle Möglichkeit, diese wunderbare Landschaft zu erfahren.

Oppède le Vieux hoch

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Oppède le Vieux

Das obere, befestigte Dorf ist, soweit ich erkennen konnte, unbewohnt. Eine Vereinigung von Bewohnern des unteren Dorfes hat sich aber zur Aufgabe gesetzt, die stark zerstörten Ruinen wenigstens zum Teil wieder aufzurichten. Schön ist dort der Blick vom fast höchsten Punkt der Dorfanlage hinunter in die Vaucluse oder auch nach Süden hinauf zum Luberon, dessen Kamm beinahe zum Streicheln nahe liegt. Ganz oben stehen die Reste des Chateaus von Oppède.

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Die Villages perchés sind solche Dörfer, die hoch an Berghängen errichtet wurden, damit die Bewohner schneller auf heranrückende Feinde und Räuberbanden reagieren konnten. Man findet sie nicht nur am Luberon. Häufig waren diese Dörfer die letzten Rückzugsstätten gescheiterter Religionsgemeinschaften während der Wirren der anbrechenden Neuzeit.

Lacoste hoch

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Das Chateau von Lacoste wird langsam, -sehr langsam-, restauriert.

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Lacoste

Das Dorf hebt sich kaum von den anderen der Gegend ab, allerdings hat im Schloss oberhalb des Ortes der Marquis de Sade gelebt, bevor er zuerst ins Gefängnis, dann dauerhaft ins Irrenhaus gesteckt worden ist. Der vermeindlich Wahnsinnige hat in der Anstalt begonnen, Bücher zu schreiben.

Was aber auf dem Schloss vor sich gegangen ist, weiß auch heute noch niemand sicher und wahrscheinlich würde es auch keinen Menschen interessieren, hätten die Werke des Marquis de Sade nicht einigen Einfluss auf spätere Literaten und Philosophen ausgeübt. Der letzte Satz klingt anders, wenn ich meine Meinung verbal äußere.

Bonnieux hoch

 
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Bonnieux

Lacoste blickt gewissermaßen auf Bonnieux herüber. Im Wanderführer heißt es, die Häuser von Bonnieux klammerten sich in den Felsen. Von der richtigen Position aus betrachtet, macht der Ort wirklich diesen Eindruck. Wenn man aber erst mal drin ist, überascht die Weitläufigkeit der Sträßchen und Gassen.

Von oben hat man wieder den (mittlerweile zugegebenermaßen gewohnt) herrlichen Blick in alle Richtungen. Man erkennt Lacoste am weit entfernten Hang automatisch daran, dass es genau so ausgeschaut hat, als man dort von den Burgruinen aus nach Bonnieux herübersah.

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Ansouis hoch

 

Dem Nervenkitzel der Combe de Lourmarin muss sich aussetzen, wer von Norden ins Pays d'Aigues, das Land des Wassers hineinfährt. Nur Angelsachsen im Leihwagen können es den Einheimischen recht machen. Alle anderen fahren automatisch zu schnell oder zu langsam. Ich habe deutsche Touristen gesehen, die in der Combe rechts rangefahren sind, um die nachdrängenden Franzosen los zu werden... man stelle sich dieses Manöver in der Schlucht durchaus abenteuerlich vor.

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Ansuis

Das Schloss Ansouis ist seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Familie Sabron. Die Hoffnung, dass ein Mitglied der Familie Sabron die Führung machen würde, wurde nun schon zweimal enttäuscht. Aber langweilig war es beide Male nicht.
Die Frequenz der Führungen wechselt und stimmte nicht mit den Angaben überein, die in irgendwelchen Reiseführern zu finden waren. Empfehlenswert dagagen ist das kleine Büchlein Châteaux de Provence das in vielen Fremdenverkehrsbüros zu haben ist. Dort stehen für Ansuis nur die allgemeinen Öffnungszeiten: 14:30h bis 18h. Und so stimmt das auch am ehesten.

Blick vom Schloss herab auf das Dorf Ansuis.

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Die farbenfrohe, fensterlose Kirche unterhalb des Schlosses.

Im Schloss sind Erinnerungsstücke der Familie Sabron aus verschiedenen Epochen ausgestellt, darunter Haushaltsgegenstände, Mobiliar und verschiedene Waffen, die zum Teil im Krieg gegen islamische Heere erbeutet worden sind.
Das mittelalterliche Schloss wurde einst durch einen Renaissance-Anbau erweitert. Die Führung geht durch beide Teile des Hauses. Dort wohnen immer noch die Sabrons. Den größten Neid dürfte die Küche erregen, die mittelalterlichen Ursprungs ist und heute, natürlich um moderne Annehmlichkeiten ergänzt, einen tollen Eindruck hinterlässt.

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Die Sabrons haben für die gelungenen Erhaltungsmaßnahmen am Schloss eine Auszeichnung bekommen. Nach vielen kaputten Burgresten und beinahe recht bald angefangenen Restaurierungen ist Ansouis wirklich ein schönes Erlebnis.

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Die Aussprache von Ansouis ist übrigens identisch mit der von en Suisse, was mich anfangs stark verwirrt hat.

Tour d'Aigues hoch

Noch eine Ortschaft, die sich nach dem Schloss darin benannt hat.
An der Ruine wird gebaut. Im September 2004 stand zusätzlich zu den Baugerüsten auch noch eine Zuschauertribüne im Inneren des Schlosshofs. Ich stelle mir vor, dass nach jedem kleinen Show-Event dort wieder ein bisschen Mörtel angerührt wird. Die These konnte ich im Mai 2005 nicht belegen. Die Öffnungszeiten von Tour d'Aigues decken sich fast mit denen von Ansuis (14:00h bis 18:00h).

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Tour d'Aigues

Das arme Schloss ist zweimal schwer getroffen worden: zuerst durch ein Feuer, das Teile der Anlage verzehrte, dann durch einen Trupp brandschatzender Revolutionäre, die dem Bauwerk den Rest gaben; es soll fünf Tage und fünf Nächte gebrannt haben.

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Mittlerweile hat der Stein seinen neuesten Feind in der Erosion gefunden. Die Ornamentik der Mauern bietet wunderbare Angriffspunkte für den sauren Regen...


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