
Urlaub in den Cevennen kommt hierzulande noch nicht vielen Menschen in den Sinn. Die Gründe dafür machen aber auch den Reiz der Gegend aus: Die Mittelgebirgsregion ist erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit ans französische Autobahnetz angeschlossen und blieb wohl dadurch vom Tourismus lange verschont. Auch heute wird noch vergleichsweise wenig Aufwand in Zeitvertreib und Halligalli für die Besucher gesteckt, wenn man von den Kanu-Touren (richtig teuer!), den langen Wanderungen mit Eseln oder den interessanten Angeboten zum Wasserwandern, Canyoning und Via Ferrata absieht. All solche Aktivitäten verlangen schließlich eine Auseinandersetzung mit der Landschaft, wie sie ist.
Zwar bemühen sich einige Gemeinden und ihre
Bürgermeister darum, den Fremdenverkehr auszubauen, doch
werden diese Anstrengungen in den Cevennen kaum zu den gleichen
Übertreibungen führen, die anderenorts den Charakter
einer Stadt oder einer Region entstellt haben. Einerseits kann die
fehlende Infrastruktur noch vieles verhindern, andererseits wird
tatsächlich von Anfang an ein grüner Tourismus
favorisiert. Hier ist aber sowieso alles grün und dem Besucher
bieten sich ohnehin kaum Alternativen dazu.
Es hat wenig Sinn, sich an der Landschaft vorbeizubewegen, weil
man irgendeinem berühmten, aufsehenerregenden, von Freunden
wärmstens empfohlenen und in den Reiseführern gelobten
Dingsbums entgegenfiebert. Auf diese Weise hätte man die
Cevennen (und die angrenzende Landschaft) nach zwei Tagen
fertigbesichtigt
und könnte sich wieder auf die
dreizehn bis fünfzehn Stunden dauernde Rückreise
begeben.
Weil wir darauf vorbereitet waren, rings um uns herum nur bewaldete Hügel zu sehen und ich mich auf die endlose Fernsicht von einigen der vielen Gipfel freute, haben sich meine Frau und ich von Anfang an eher mit der Landschaft bewegt und deren fast perfekte Schönheit als den eigentlichen Höhepunkt unserer Ferien empfunden.
Meine Cevennen-Seiten
Nach einem einzigen, zweiwöchigen Urlaub in den Cevennen
kann ich nicht behaupten, schon viel Erfahrung in der Gegend
gesammelt zu haben. Mein Text muss darum noch verallgemeinern und
wird nur konkret, wenn ich über die tatsächlichen
Erlebnisse berichte. Das wirkt wahrscheinlich unspektakulärer
als die Fotos.
Ich versuche, mich auch weitgehend auf deren Präsentation zu
beschränken. Klicken Sie die kleinen Bilder einmal an, um die
größere Version zu sehen.
Welche Gegend?
Opération CAMILLE
:
Karte der Gemeinden
Pays Viganais
Interaktive Karte des
Nationalpark Cevennen
Ich benutze den Begriff Cevennen
freizügig und
schließe damit den Parc National des Cévennes, das
Pays Viganais und ein paar weitere Landstriche um den Nationalpark
herum ein.
Dabei hielten wir uns im Wesentlichen im Pays Viganais auf.

